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Freitag, 28.03.2008
Studentenaustausch: Problem erkannt - Tücken bleiben
Moskau. Das erste deutsch-russische Masterprogramm im Bereich Sozialarbeit hatte keinen leichten Start. Sein Leiter Jürgen Nowak, Professor an der ASFH in Berlin, über begangene Fehler und den Sinn der Ausbildung.
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R-A: Das erste Semester des Masterprogramms „Interkulturelle Sozialarbeit“ läuft seit zwei Monaten. Ihre Zwischenbilanz?
Nowak: Die russischen Kollegen können sich nicht immer auf die deutschen Studenten einstellen, was Diskurs und Diskussion betrifft. Gestellte Fragen werden zwar mit Ja/Nein beantwortet, aber selten mit den Studenten diskutiert. Mit dem Unterricht sind die Teilnehmer sonst grundsätzlich zufrieden. Die Schwierigkeiten liegen bis jetzt eher im Bereich Bürokratie und Anerkennung von deutschen Diplomen.
R-A: In Bezug auf die Anerkennung der Diplome wurde von den Teilnehmern kritisiert, dass man im Vorfeld schlecht informiert worden sei.
Nowak: Das war mein Fehler und ich habe mich bei den Studenten dafür auch entschuldigt. Aber ich habe vor Beginn des Semesters noch nichts von den wichtigen Unterschieden zwischen dem russischen und dem deutschen Hochschulsystem gewusst:
Während in Deutschland Diplome von der Hochschule vergeben werden, erhalten die Russen die Diplome direkt vom Staat. Deshalb müssen in Russland deutsche Diplome nochmals aufwändigst offiziell vom Staat anerkannt werden, damit die Studenten einen russischen Master und nicht nur eine Teilnahmebescheinigung am Studiengang in Moskau erhalten.
R-A: Wie lässt sich das Problem für die Zukunft lösen?
Nowak: Aus der Welt wird es sich nicht schaffen lassen. Beim nächsten Studiengang (startet voraussischtlich am 1. Februar 2009, Anm. der Redaktion) werden die Bedingungen von Anfang an bekannt sein, so dass jeder selbst entscheiden kann, ob er diesen Aufwand auf sich nehmen will oder nicht.
R-A: Was bringt denn ein Austauschsemester in Moskau? Was rechtfertigt den Aufwand?
Nowak: Sie bekommen eine zusätzliche Qualifikation – ein Zeugnis von zwei Seiten. Sie lernen die Sprache, Interkulturalität, interkulturelle Kommunikation. Lernen die Probleme auf beiden Seiten kennen. Sie erwerben in diesem Studiengang, und das gilt für jedes Studium im Ausland, Kompetenzen, welche sie daheim nicht erlangen können.
Dies ist auch vor dem Hintergrund, dass in Deutschland heute über zwei Millionen Russland-Deutsche leben, die wie die Türken Integrationsschwierigkeiten haben, wichtig. Unsere Masterabsolventen könnten sich dann in Zukunft mit diesem Problem befassen.
Interview: ldc/.rufo/Moskau
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